Der Partnerschaftsverein Mainz-Odessa organisiert für jeweils 20 Jugendliche aus der Partnerstadt zwei Sommercamps, bei denen sie „Ferien vom Krieg“ machen können.
Die 14- bis 16-jährigen erwartet ein buntes Programm von Ausflügen und Veranstaltungen, bei denen sie Mainz und die Umgebung, aber
natürlich auch viele Menschen aus der Region kennenlernen können.
- Juli 2026
Heute geht es hoch hinaus. Mit dem Bus fahren wir nach Wiesbaden auf den Neroberg. Dort gibt es einen Kletterwald, der uns vor Herausforderungen stellt. Nach einer Einweisung, wie dort das Klettern auf den Bäumen geht steigen wir hinauf. Es ist teilweise sehr anstrengend, aber es macht auch Spaß. Vor allem die langen Seile, an denen man von Baum zu Baum gleitet. Manche trauen sich etwas mehr zu und klettern richtig hoch, andere bleiben lieber in der Nähe des Bodens. Aber insgesamt hat es großen Spaß gemacht.
Abends machen wir noch einen Spaziergang an den Rhein, wo uns Edgar noch ein paar schöne Orte zeigt und uns zu einem Eis einlädt.
- Juli 2026
Heute fahren wir mit dem Bus nach Hassloch; dort ist das PLOPSLAND, ein Vergnügungspark mit vielen tollen Attraktionen. Am meisten haben uns die verschiedenen Achterbahnen gefallen, aber auch die Wasserrutschen und das Schaukelbrett haben wir gerne gemacht. Es war ein Tag, an dem wir viel Spaß hatten.
- Juli 2026
Unser letzter Tag; wie schnell ist die Woche vergangen. Zum Abschluss besichtigen wir das Zweite Deutsche Fernsehen im Mainzer Stadtteil Lerchenberg. Dort besichtigen wir die Fernsehstudios, können uns an einer Kamera ausprobieren und sehen uns auch im Fernsehen. Das war wirklich alles sehr interessant. Am Nachmittag haben wir frei und sehen uns die Stadt Mainz noch mal ein bisschen genauer an.
- Juli 2026
Jetzt heißt es Abschied nehmen. Nachdem wir unsere Sachen gepackt und die Zimmer aufgeräumt haben fahren wir um 09.00 Uhr wieder nach Hause. Es war eine sehr schöne Zeit.
- Juli 2026
Um 22.45Uhr steigen 20 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an der Rhein-Main-Jugendherberge in Mainz nach einer dreitägigen Fahrt aus dem Bus aus. Nachdem alle auf ihre Zimmer verteilt wurden gibt es noch einen kleinen Imbiss. Danach verschwinden alle auf ihre Zimmer. Nachtruhe.
- Juli 2026
Nach dem Frühstück gehen wir durch den Volkspark, den Stadtpark und die Mainzer Altstadt zum Gutenberg-Denkmal vor dem Staatstheater. Dort treffen wir Felix, der mit den Kids eine Stadtrallye durchführt. Dabei sind auch Katharina und Viktoria, die uns die kommenden Tage auch als Übersetzerinnen begleiten sowie Klaus und Edgar vom Städtepartnerschaftsverein Mainz-Odess. Durch die Stadtrallye lernen die Kids zum ersten Mal die Stadt Mainz und ihre wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten (z. B. den Dom, die Altstadt und den Marktplatz) kennen.
Am Nachmittag spielen wir im Volkspark eine Partie Minigolf; für die meisten ist es das erste Mal. Dort hat uns auch der Bürgermeister der Stadt Mainz, Herr Köbler, besucht.
- Juli 2026
Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Rüdesheim am Rhein. Hier sehen wir die berühmte DROSSELGASSE und fahren dann mit dem Schiff durch das weltbekannte MITTELRHEINTAL nach St. Goarshausen. Unterwegs sehen wir unter anderem den Binger Mäuseturm, die Burgen Rheinstein, Reichenstein, Stahleck und Schönburg. Höhepunkt ist die Fahrt an der Loreley vorbei; wir machen viele Fotos.
Mit dem Bus fahren wir dann auf hinauf auf die Loreley und schauen uns den Rhein von oben an. Es ist ein sehr faszinierender Ausblick. Danach besuchen wir dort die Sommerrodelbahn, wo wir eine andere Gruppe ukrainischer Kinder und Erwachsener treffen, die ebenfalls ein paar Tage in Deutschland sind. Auf der Sommerrodelbahn werden wir in einem Schlitten den Berg hinauf gezogen, und dann geht es wie auf einer Bobbahn durch eine Metallröhre in einer rasanten Fahrt den Berg hinab.
Zum Abschluss besuchen wir das NIEDERWALDDENKMAL oberhalb von Rüdesheim. Edgar erzählt uns, dass Deutschland und Frankreich über viele Jahrhunderte Feinde waren und viele Kriege gegeneinander führten, sich nach dem zweiten Weltkrieg aber versöhnt haben und heute Freunde sind. Dafür sei das NIEDERWALDDENKMAL ein wichtiges Symbol.
- Juli 2026
Heute sind wir nach Meisenheim am Glan gefahren. Dort warteten Kanus auf uns, mit denen wir bis nach Odernheim fuhren. Wir hatten eine Menge Spaß, und es war ein tolles Erlebnis. Zuerst mussten wir noch ein bisschen üben, den die meisten von uns haben das noch nie gemacht, aber nach einigen Minuten klappte es gut und wir hatten eine Menge Spaß. Es war ein tolles Erlebnis.
- Juli 2026
Heute fahren wir nach Bad Sobernheim. Zuerst laufen wir über den BARFUßPFAD. Es geht durch ein Schlammbad, über Holzschnitzel, Kieselsteine und, als Höhepunkt, zu Fuß durch die Nahe; wir konnten uns aber an einem Seil festhalten. Es gab auch Holzstämme, auf denen man balancieren konnte und zum Schluss eine schmale Hängebrücke. Es hat großen Spaß gemacht.
Danach sind wir in das Schwimmbad gegangen, das direkt daneben lag. Hier konnten wir schwimmen, rutschen und vom Sprungturm springen. Das war ein schöner Nachmittag, und um halb fünf sind wir müde, aber mit vielen Eindrücken und Erlebnissen wieder zurück nach Mainz gefahren.
Tag 10 - 21.07.2026

Die Brote sind geschmiert, die Betten abgezogen, gleich geht’s los. Wenn alles gutgeht, trifft die Gruppe in Krakau heute Abend die nächste, die sich in Odessa auf den Weg gemacht hat. Einige letzte Umarmungen und auch ein paar Tränen. Die Leichtigkeit ist fast verschwunden, die wir in den letzten Tagen ganz gut hinbekommen haben. Ich winke dem Bus nach und dann sind sie weg. Wolodymyr, Oleksander bringt mir sie alle heil nach Hause! Den Betreuerinnen schreibe ich: „Ich hoffe, ihr nehmt kraftspendende Erinnerungen an eure Zeit in Mainz mit. Und ich hoffe, ihr braucht diese Kraft nicht zu oft.“
Tag 9 - 20.07.2026
Der letzte Tag in Mainz. Besichtigung beim Zweiten Deutschen Fernsehen. Natürlich interessiert die Jugendlichen, ob es ein Auslandsbüro in der Ukraine gibt (Nein) und ob im ZDF-Spezial-Studio auch über ihr Heimatland und den Krieg berichtet wird (Ja). Mittags ist frei und Zeit, durch die Stadt zu stromern und Mitbringsel zu kaufen. Was kann man Typisches aus Mainz mitbringen? Fleischwurst? Würde nach zwei Tagen sommerlicher Fahrt mit haarigen Beinen aus dem Bus klettern, zum Schwarzmeerstrand krabbeln und dort dann als neue Lebensform entdeckt werden, deren glitschiges Grün den Algen ähnelt, während das Bewegungsmuster eindeutig krebsartig ist.
Pünktlich um 6 sind alle wieder zurück. Zur Abschieds-Grillparty. Mit Staatssekretärin und Oberbürgermeister. Beide betonen, wie sehr die Ukraine im Allgemeinen und Odessa im Besonderen unterstützt werden. Und sie haben Recht, das zeigt, als kleines Beispiel, die Jugendreise, über die ich hier berichte. Julia, die Teamleiterin redet als Letzte. Wenn ich nicht so außerordentlich bescheiden wäre, und ich meine: wirklich unglaublich bescheiden, ich kenne eigentlich niemand, der so bescheiden ist wie ich, würde ich wiederholen, was sie über die Tage in Mainz und unser Programm gesagt hat.
Danach werden die Erinnerungs-T-Shirts verteilt. Und ein paar Textil-Stifte fürs Namen drauf Schreiben. Vom Grill weht es verführerisch. Grillwürstchen, Nackensteaks und Maiskolben warten sehnsüchtig darauf, zerbissen, zerkaut, eingespeichelt und verschluckt zu werden. Und auch der Nudelsalat zittert vor Aufregung. Aber sie müssen warten. Erst werden reihum Unterschriften auf T-Shirts gesammelt. Das ist den Kids wichtiger als ihre knurrenden Mägen zu besänftigen, die vom Lockduft des Grills Wind bekommen haben und wütend gegens Gitter springen.
Irgendwann sind alle T-Shirts beschriftet und dann ist auch fast alles Grillgut verzehrt. Felix singt zur Gitarre auf Ukrainisch, Englisch, Lettisch und Deutsch. Wer’s kann, singt mit. Eine satte, sommerliche Zufriedenheit macht sich breit. Und ein bisschen Melancholie. Das war’s jetzt? Zu allem Überfluss gleitet ein Storch direkt über uns hinweg. Bevor es zu kitschig wird, sorgt ein fast in Storchenhöhe fliegender Düsenjet für ein bisschen Nüchternheit.
Tag 8 - 19.07.2026
Auf dem Rhein werden Schiffsfahrten abgesagt, auf dem Glan kann man trotz Dürre Kanu fahren. Vielleicht sollte der Kanuverleih Glan die Köln-Düsseldorfer übernehmen. Nun gut, zwischendurch hat’s auf dem Glan ein bisschen geschrammt, was ich mir bei einem Dampfer unangenehmer vorstelle als bei einem Kanu, aber ansonsten: perfekt.
Kanufahren kann man lernen, muss man aber auch, wenn man nicht ständig Zickzack oder im Kreis fahren will. Da haben’s die Kajakfahrer einfacher. So war es auch heute. Hin und wieder half den Jüngsten, dass sie ein Stück abgeschleppt wurden, und wieder Kraft und Hoffnung schöpfen konnten.
Eine Staumauer muss umtragen werden. Ruckzuck sind die Boote auf die Wägelchen verladen und hinter der Mauer zu Wasser gelassen. Die Wägelchen zurück und schon geht’s weiter. Oder nicht. Gerade wird ein Mädchen am Flussufer interviewt, da muss mit dem Wassern gewartet werden. Denn heute ist ein kleines Team vom ZDF (ich weiß, es heißt eigentlich „des“, aber ich kenne den Genitiv von ZDF nicht, Sie Klugscheißer) dabei.
Was habe ich mir Gedanken gemacht, ob die Kids interviewt werden können, ob sie die unvermeidlichen Fragen zum Krieg nicht zu sehr aufwühlen usw. Victoria in Kiew, erfahren mit solchen Jugendfreizeiten, hat mich beruhigt: „Wenn die nicht antworten wollen, machen sie’s nicht.“ Sie hatte Recht. Wie die Profis stehen die Jugendlichen Rede und Antwort. Ich bin auf die Reportage gespannt (Mittwoch im Morgen- und im Mittagsmagazin, soviel Werbung muss sein).
Mit ein paar Jungs helfe ich zwischendurch dem Kameramann, dem eine Gopro-Kamera in den Glan geplumpst ist. Ohne Erfolg. Wenn Sie also beim Angeln im Glan oder auch beim Ausweiden einer Forelle aus dem Fluss einen kleinen technischen Gegenstand mit einer Klammer dran finden, könnten Sie einen Kameramann vom (!) ZDF glücklich machen. Wenn nicht, werden irgendwann mal Archäologen drüber streiten, welche Riten mit diesem Instrument früher vollzogen wurden.
Auf dem Weg nach Mainz schlafen wieder fast alle. Nach sechs Stunden auf dem Fluss kein Wunder.
Tag 7 - 18.07.2026

Auf dem Barfußpfad in Bad Sobernheim. Glitschig, steinig, weich, dann rau. Kaum haben sich die nackten Füße an einen Untergrund gewöhnt, ertasten sie was Neues. Katia, eine Betreuerin, will die Idee in ihre Klinik in Odessa mitnehmen. Manchmal kann es Seele und Geist gut tun, sich ganz auf Sand, Kies und Matschepampe zu konzentrieren, die zwischen den Zehen reiben, drücken oder quaatschen. Balancierübungen auf wackelnden Balken macht Katia mit ihren Patienten schon und das merkt man, weil sie leichtfüßig drübertänzelt, wo man selbst am liebsten gestützt würde.
Vom Barfußpfad geht’s zum Freibad Bad Sobernheim. Würde ich jetzt schreiben: ein Geheimtipp, wäre es keiner mehr, deshalb nur so viel: eine große Liegewiese mit ordentlich Schatten, eine Rutsche, die man mit der richtigen Technik rasant runtersaust, und ein Sprungturm mit Einer, Dreier und FÜNFER! Und alle offen. Julia ist noch nie vom Dreimeterbrett gesprungen. Wir feuern sie an, doch das ist keine gute Idee. Später, fast nicht beachtet, macht sie’s einfach und das dann mehrfach.
Ein Junge fragt mich, ob ich mit ihm vom Fünfer springe. Natürlich nacheinander. Ich hab‘ das schon lange nicht mehr gemacht, lass mir aber nix anmerken. Wofür ist man denn ein Mann! Danach gehen wir dann doch lieber ein paar Runden Rutschen.
Im Bus nach Mainz das seit Kindertagen vertraute Gefühl: vom Wasser ausgelaugt, von der Sonne gedörrt und ziemlich hungrig. An der Rezeption der Jugendherberge dann, charmant vorgebracht, der dezente Hinweis, es habe Beschwerden wegen nächtlichen Lärms gegeben. Da weiß ich: Die Kids sind hier richtig angekommen. Ihre Standpauke hatten sie übrigens schon im Bus bekommen.
Tag 6 - 17.07.2026
Regen!
Regen! Bauern freut’s, Ausflügler nicht. Während der ganzen Fahrt nach Hassloch schüttet es. Unser Ziel: ein Erlebnispark, dessen Name ich nicht nenne. Erstens, weil er uns trotz Bettelns nicht billiger reinließ, und zweitens, weil sein Name einfach nur bescheuert ist. Aber die Attraktionen haben es in sich. Und: Pünktlich zum Busparken Sonnenschein.
Kurz einen Treffpunkt vereinbart und schon sind die Kids unterwegs. Die Jungs zuerst mal in die „Splash Battle“, die Mädels ins Kettenkarussell, das allerdings deutlich höher ist als seine Kirmes-Artgenossen. Die meisten Jugendlichen kommen nur kurz zum Treffpunkt, um sich zu stärken, und sind dann wieder unterwegs. Nur ein Junge, Vlad, sitzt die ganze Zeit auf der Bank, liest und döst. Vielleicht Kirmes-Allergie? Wahrscheinlich ist er noch müde von gestern: Er hat sich in einem unglaublichen Tempo durch alle nur möglichen Kletterrouten gehangelt.
Übrigens eine Warnung: Es gibt in besagtem Park, dessen Name nicht genannt wird, eine Attraktion, die wie eine Art Gruselhaus wirkt. Schreiende Monster, dunkle Gänge, man kennt das. Mein Rat: Nicht reingehen! Am Ende der dunklen Gänge muss man in ein kleines Wägelchen steigen und wird dann in einem Affenzahn rauf, runter, kopfüber, kopfunter katapultiert. Ein Riesenspaß für Ihren Orthopäden, vielleicht sogar für Ihre Erben.
Kaum im Bus, schüttet es wie aus Kübeln. Fast alle schlafen.
Tag 5 - 16.07.2026
Wipfelstürmer!
Der Kletterwald hat sogar ein Einweisungsvideo mit ukrainischen Untertiteln. „Die vielen Regeln, das ist ja wie Führerschein machen.“, meint eine Betreuerin. Ein letztes Mal den Sitz von Gurt und Helm kontrolliert und dann geht’s in die Höhe. Achtung! (Увага/Uwaga)!) Erst die Sicherung einfädeln. Und mit den einfachen Routen beginnen. Schnell wagen sich einzelne an höhere und kompliziertere Klettertouren. Wo Technik fehlt, muss Kraft helfen. Das ist anstrengend. Zum Glück haben die Betreuerinnen heute Jeden gefragt, ob er sein Lunchpaket dabeihat. Was heißt übrigens бутерброд auf Deutsch? Richtig! Butterbrot.
Nach knapp zwei Stunden Klettern gibt es die ersten Ausfälle. Ein paar Jungs hat die Kraft verlassen. Zwei Kids müssen abgeseilt werden, weil sie sich nicht mehr weiter trauen. An manchen Stellen ist es fast magisch: Die ersten Schritte, von Seilschlinge zu Seilschlinge oder von wackligem Holzbrett zu wackligem Holzbrett, geht’s wie im Flug. Und dann setzt wohl das Nachdenken ein: Was könnte mir hier passieren? Und schon ist der Schwung weg. Von da zum verzweifelten Warten auf den Retter mit dem Rucksack ist es nicht mehr weit.
Und hinterher heißt’s: ab ins Freibad! Auf dem Rückweg zur Jugendherberge ein kurzer Halt an einem großen Supermarkt mit kollektivem Einkaufen und dann geht’s zur Jugendherberge, zum Abendessen und zum kostenlosen Zuhören bei Nina Chuba, die sich direkt nebenan einen Dreck um die Hausordnung der Jugendherberge schert.

Tag 4 - 15.07.2026
Warum ist es aufm Rhein so schön?
Rüdesheim ist für seine Verhältnisse fast ausgestorben, als wir vormittags hier ankommen. Vielleicht Fünftausend Touristen, das ist nix für seine Verhältnisse. Von hier geht’s dann per Schiff nach Bacharach.
Direkt am Anfang der Fahrt geht der Blick zum Niederwald-Denkmal. Nach unserer kurzen Erläuterung (Deutsch-Französischer Krieg 1870/71, die wachsame Germania blickt zum „Erbfeind“ Frankreich rüber): „So was haben wir in der Ukraine auch.“ Mit Schild und Schwert wappnet sich die Denkmalfigur dort gegen Russland. Von jenseits der Grenze droht das Gegenstück, mit einer Lanze statt mit einem Schwert. Ob diese Denkmäler irgendwann auch so werden wie die Germania im Niederwald: ein beliebtes Fotomotiv, bei dem kaum jemand weiß, um was es dabei mal ging.
Erbfeind Frankreich? Hä?
Bacharach! Auch wenn der Name des Städtchens wie eine Halserkrankung klingt, ist es ähnlich pittoresk wie Rüdesheim. Die Jugendlichen, ihre Betreuerinnen und die beiden Busfahrer sind sehr angetan.
Und die Jugendherberge, die wirklich wunderbare Mainzer Herberge möge es verzeihen, ist der Hammer. Eine Burg!
Auch nach Bacharach reist natürlich die ukrainische Fahne mit. Hier ist der Beweis.
Tag 3 - 14.07.2026
Mittagessen und schon brechen wir zum 05er Stadion auf.
Die Tonne in der Umkleide, in der die Fußballer nach dem Spiel ein Eisbad nehmen, hat an diesem schwül-heißen Tag einen besonderen Reiz. Leider ist sie leer. Zurück in der Jugendherberge wird gegrillt, perfekt vorbereitet vom Küchenteam der Mainzer Jugendherberge. Gesättigt von Eindrücken und Gegrilltem kann man diesen lauen Sommerabend perfekt ausklingen lassen.
Tag 2 - 13.07.2026
Gestern (Montag) Abend sind die Jugendlichen und ihre Betreuer nach langer Fahrt und fast noch längerem Warten an der polnischen Grenze in der Jugendherberge gelandet. Und heute dann schon ein volles Programm mit Stadt-Rallye und Stadionbesichtigung. Doch vor dem Fußmarsch in die Stadt gibt es um neun Uhr die tägliche Schweigeminute für die im Krieg Gefallenen. Gerade war es noch eine der üblichen Jugendgruppen oder Schulklassen, die durch eine Jugendherberge toben, doch plötzlich ein ganz anderes Bild: Mit ernstem Gesicht, die Augen niedergeschlagen schweigen sie eine Minute lang und gedenken der Toten, vermutlich ganz besonders ihrer eigenen Toten. Schon kurz danach sind sie wieder eine ganz normale Gruppe von Jugendlichen, die rumalbern, trödeln und sich gegenseitig necken. Und die heute ein volles Programm absolvieren müssen: Nach der Stadtrallye, bei der sie alle möglichen Aufgaben und Fragen bearbeiten (Warum gibt es in Mainz blaue und rote Straßenschilder?), geht’s zurück in die Jugendherberge.
Tag 1 - 12.07.2026

20 Jugendliche aus Odessa sind mit ihren Betreuern auf dem Weg nach Mainz.
Hier ist alles vorbereitet incl. der Brötchen und Brezel, die nur noch geschmiert werden müssen, da kommt die Nachricht: Der Bus wurde an der Grenze zu Polen lange aufgehalten. Jetzt kommen sie statt Sonntagnacht erst am Montagabend. Die Mainz-Rucksäcke, Bälle und Tischtennisschläger warten schon. Und wir auch.
