SINGEN UND TANZEN MIT KINDERN UND ESSEN UND FEIERN WIE IN ODESSA
Ein Gefühl für Rhythmus, Takt und Gehör – das lernt man schon in den ukrainischen Kindergärten, auch in Odessa. Und in den Grundschulen ist das Tanzen Schulfach. Irina Starostina, frühere Primaballerina an der Staatsoper in Kyjiv und heutige Leiterin der vielfach ausgezeichneten Mainzer Ballettschule „Star Ballet“ hat auf diesem Weg Tanzen gelernt. Gemeinsam mit ihren jugendlichen Tanzschülerinnen und -schülern – darunter Florentina Trümpler, eine der weltweit besten Tänzerinnen ihrer Altersgruppe – wird sie den Kindern kindgerechte Tanzschritte beibringen und zeigen, wie sich Spaß und Freude, Musik und Gesang in Bewegung umsetzen lassen. Dabei werden ukrainische Accessoires eine Rolle spielen und vielleicht
– wenn gewünscht – auch ein paar Schminklinien.
In der Tanzschule ist Platz genug für eine zweite Kindergruppe. Hier geht es um ukrainische Kinderlieder und auch um neue Odessa-Lieder, die in aller Munde sind, etwa das Lied „Und was“, in dem es heißt: „Ich bin Dein Schwarzes Meer, Du bist mein Odessa, mit Dir geht es uns gut, mit Dir geht es uns gut.“ Diese Lieder werden einstudiert und geprobt und sollen später auf der Terrasse vor der Ballettschule den anwesenden Gästen vorgesungen werden. So ist der Plan. Warten wir es ab, was daraus wird.
Während die Kinder noch tanzen und singen, können die Eltern und Großeltern und alle, die etwas Zeit übrig haben, im Hof der Ballettschule miteinander plaudern und besondere Spezialitäten essen. Mit ein paar Requisiten und Wäscheleinen haben wir nämlich den Hof in Gonsenheim in einen typischen Moldawanka-Hof umgestaltet.
Moldawanka, damit berühren wir die Seele Odessas. Vor der bolschewistischen Revolution von 1917 befand sich im Stadtteil Moldawanka das Zentrum des jüdisch-orthodoxen Viertels. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts trieben hier auch viele Gangster und Diebesbanden ihr Unwesen. Aber die Höfe der Moldawanka waren auch immer Treffpunkte der Nachbarschaft. Hier wurden Feste gefeiert, es wurde gelacht und getrunken.
Im Hof der Ballettschule von Irina Starostina bietet heute die aus Odessa stammende und schon lange in Mainz lebende Sängerin und passionierte Köchin Kira Kaft odessitische Spezialitäten an. Mit ihren Freundinnen, die alle in Odessa aufgewachsen sind, hat sie diese tags zuvor zubereitet. Es gibt Forschmak, Olivier, Auberginenkaviar, gefillte Fisch, Kompott und Sirup. Vielleicht auch ein Glas Wein aus der Region Odessa. Und wie es sich gehört, singt sie dazu eigene Lieder über ihre Heimat. Unterstützt wird sie dabei von ihrem guten Freund Sergiy Arndt, ein Künstler, der in Moldawanka groß geworden ist.
Der Andrang wird groß sein. Deshalb sollte man sich frühzeitig anmelden. Und über einen angemessenen Obolus für das Vergnügen freuen sich die Veranstalterinnen.
